Test & Check: Synology DS918+


Seit mittlerweile Aprill 2017 habe ich die DiskStation 918+ von Synology als mein erstes NAS System im privaten Einsatz am Laufen. Ich möchte dies zum Anlass nehmen meine bisherigen Erfahrungen mit euch zu teilen.

Use Case:

Angeschafft habe ich mir die DiskStation primär um Videos und Audio lokal zu streamen sowie eine zentrale Ablage für die unterschiedlichsten Dokumente zu haben. Auch für diverse Backups von PCs usw. benötigte ich eine geeignete Lösung. Über kurz oder lang möchte ich auch möglich viele Dateien auf das NAS umlagern, für die ich momentan noch auf die ein oder andere Cloud-Lösung zurückgreife z.B. werde ich meine iCloud Fotobibliothek auf die DS übertragen und Fotos künftig nur noch in meiner „eigenen“ Cloud verwenden.

Konfiguration:

Ausgestattet habe ich meine DiskStation (DS) mit zusätzlichen 4 GB RAM von Crucial vom Typ CT4G3S186DJM. Wohlwissend, dass die Garantie von Synology nur unberührt bleibt, wenn man den offiziellen RAM-Riegel nimmt bin ich das Risiko eingegangen. Bei den Festplatten setze ich auf vier IronWolf HDDs von Seagate mit jeweils 10 TB und Heliumfüllung. Einen möglichen SSD Cache habe ich bis jetzt noch nicht ausprobiert. In Verbindung mit der DS verwende ich auch eine kleine USV von Eaton. Im Falle eines Stromausfalls kann die USV der DiskStation mittels USB-Kabel diese Info weiterleiten. Die DS fährt innerhalb einer frei definierbaren Zeit automatisch herunter.

Einrichtung und Bedienung:

Die Installation des RAM Riegels sowie der 4 HDDs war schnell und einfach erledigt. Es wurde auch kein zusätzliches Werkzeug benötigt. Ebenfalls schnell erledigt war die softwareseitige Ersteinrichtung. Die über den Browser erreichbare Weboberfläche führt übersichtlich gestaltet durch die Erstkonfiguration. Es müssen u.a. der Erstbenutzer und ein Passwort vergeben werden.
Die HDDs habe ich übrigens in Synologys eigenem Format SHR zu einem RAID 5 ähnlichem Verbund konfiguriert.

In der Weboberfläche angekommen lassen sich sogleich weitere wichtige Dienste installieren, zusätzliche Benutzer anlegen und natürlich neue freizugebende Ordner anlegen. Die Rechtevergabe finde ich sowohl auf Benutzerebene als auch auf Ordnerebene übersichtlich gestaltet. Möchte man bestimmte Dateien in einem verschlüsselten Ordner ablegen, muss dieser jedoch gleich bei der Erstellung verschlüsselt werden. Nachträglich ist dies nicht mehr möglich zu ändern.

Ich habe mein NAS auch so konfiguriert, dass es zu geplanten Zeiten hoch- bzw. herunterfährt. Zu Zeiten auf denen ich für gewöhnlich nicht zu Hause bin muss es für meine Anwendungszwecke nicht zwingen laufen. Diese Funktion hat sich bis jetzt als sehr zuverlässig erwiesen.

Praxis Multimedia:

Synology selber bietet einige durchaus interessante Applikationen für Foto, Video oder Audio Anwendungen. Hauptsächlich verwende ich aus der Synology eigenen Suite die FotoStation in Verbindung mit der DS Foto App für iOS.
Die VideoStation habe ich momentan nicht aktiviert, da es insbesondere für h265 Filme in UHD Auflösung mit HDR bessere Lösungen gibt.
Experimentiert habe ich anfangs mit Plex. Der Plex-Server war auf dem NAS recht schnell eingerichtet. Filmdateien werden automatisch gescannt und zuverlässig mit Metadateninfos und Cover versehen. Im Falle lassen sich diese auch manuell nachbearbeiten.

Auf Clientseite, bei mir iPad und vor allem auf dem Apple TV 4K, funktionierte das Streaming über die Plex App mit Ausnahme der HDR Titel relativ gut. Ganz zufrieden war ich jedoch nicht, sodass ich mir für iOS und tvOS die App Infuse angesehen habe. Diese stellt in Kombination mit der DiskStation nun eine sehr zufriedenstellende Lösung dar.
Natürlich lassen sich div. Medien auch über DLNA und den Medien-Server genannten Dienst streamen. Für mich hat dies jedoch den Nachteil, dass keine wirkliche Rechtevergabe erfolgen kann. Alle Dateien z.B. im „Video“ Ordner sind auf allen Clients ersichtlich. Mit Plex oder eben Infuse lässt sich das deutlich besser regeln.

Performance:

Der obligatorische Geschwindigkeitstest bescheinigt der DiskStation gute Werte. Der Windows-Explorer zeigt sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben 110-120 MB/s an. Das ist sehr nahe an der maximalen Gigabit Netzwerkleistung. Um mehrere Clients gleichzeitig mit noch mehr Speed bedienen zu können habe ich beide LAN-Anschlüsse zu einem LAG-Verbund zusammengeschlossen. Mit dem richtigen Switch stehen daher seitens der DiskStation max. zwei GBit/s (2x 1 GBit) zur Verfügung. Sehr praktisch also, wenn mehrere Clients gleichzeitig auf das NAS zugreifen.

Prozessor und RAM kann ich mit meinen Anwendungszwecken übrigens kaum auslasten. Dazu ist jedoch zu sagen, dass Videos durch die verwendeten Applikationen lokal auf den Clients decodiert werden und nicht auf dem NAS.
Insgesamt bin ich mit der Leistung der DS sehr zufrieden. Für die Hauptaufgaben die ich an ein NAS stelle, steht jederzeit genügend Leistung zur Verfügung. Ruckler oder „Denkpausen“ sind bei mir bis heute nicht aufgetreten.
Es wäre auch möglich auf der DS virtuelle Maschinen zu betreiben. Die Performance einer Windows 10 Maschine ist allerdings eher als mittelmäßig zu bezeichnen. Es funktioniert, jedoch bin in vom PC her eine schnellere und flüssigere Bedienung gewöhnt (Win10 ebenfalls in einer VM). Allerdings würde ich für solche Dinge sowieso einen Server anschaffen und nicht ein Network Attached Storage.

Bzgl. der Lautstärke im leisen Modus kann ich euch berichten, dass die Lüfter in sehr leiser umgeben wahrnehmbar sind. Einen Tick lauter sind zudem die Geräusche bei Festplattenzugriff. Im Wohnzimmer möchte ich die DiskStation eher nicht betreiben wollen.

Insbesondere nicht, wenn man eine möglichst ruhige Umgebung wünscht und nicht dauerhaft eh ein Radio o.ä. laufen hat. Rein zum Fernsehen würde mich die DS jedoch nicht stören, da hier die Lüftergeräusche kaum noch auszumachen sind und die Festplattengeräusche weitgehend in den Hintergrund treten. Ich habe die DS übrigens in einem mittelgroßen Serverschrank im Büro stehen. Auch hier ist die DS wahrnehmbar, wenn bis auf den PC kein Gerät eingeschalten ist das Geräusche von sich gibt.
Ich habe geplant auf zwei Noctua Lüfter umzusteigen, jedoch erwies sich das Tauschen der Lüfter als umständlicher als bei einigen anderen NAS Geräten von Synology. Einen Wechsel habe ich daher noch nicht vollzogen.

Zusätzliche Dienste:

Wie oben beschrieben werde ich meine iCloud Fotomediathek auf die DS umziehen. In ersten Tests hat die Synchronisation zwischen iPhone und DS über die DS Foto App bereits gut funktioniert. Die App bietet mehrere unterschiedliche Ansichten und auch auf Metadaten kann zugegriffen werden.
Für die Verwaltung der übrigen Dateien verwende ich die FileStation. Der Aufbau erinnert ein wenig an den Windows Explorer. Verschiedenste Formate lassen sich so z.B. über die DS File App unter iOS oder Android einsehen und bearbeiten.
Weitere Dienste wie die Cloud Station Suite, Surveillance Station, Mail-Server, Web-Server, Docker und einiges mehr habe ich noch nicht probiert.

Fazit:

Unterm Strich bin ich mit der DiskStation 918+ als Privatanwender sehr zufrieden. Verschiedenste Medien zu streamen sowie ein zentraler Zugriff auf Daten klappt problemlos. Die Einrichtung ist auch für nicht techn. versierte Nutzer machbar und es werden viele Zusatzfunktionen geboten. Mängel, von denen einige User hier berichten kann ich nur sehr eingeschränkt bestätigen, Ja, die Festplattenhalterungen wirken nicht extrem hochwertig doch vibrieren oder komische Geräusche geben diese bei mir nicht von sich. Einzig die Lüfterlautstärke sowie Festplattenzugriffsgeräusche könnten ein Thema werden, wenn man vorhat das NAS in einer geräuschlosen Umgebung aufzustellen.

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